Abdankung – Bestattung

Abdankungen

Abschiedsfeier-Flyer-Robert Mähr


Bestattung für einen Gläubigen, der aus der katholischen Kirche ausgetreten ist

Vom Sterbebett ruft mich eine Frau an, um einen Pfarrer für die Bestattung ihres soeben verstorbenen Lebenspartners zu engagieren. Bevor ich ihr erklären kann, dass ich kein Pfarrer sei, fragt sie mich, ob ich diesen Auftrag annehme? Eine alternative Abdankung sei Peters Wunsch gewesen, denn er ist schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten. Wir vereinbaren also einen Termin in der gemeinsamen Wohnung.

Bestattung mit Urnenbeisetzung

Bei einer Tasse Kaffee erfahre ich Einzelheiten zur Person und zu seinem Leben. Dabei stellt sich heraus, dass die Partnerin als Protestantin den Katholizismus und seine Rituale nicht kennt.
Solche “Mischbeziehungen“ sind heutzutage eher die Regel als die Ausnahme. Wie soll ein solcher Abschied gestaltet werden? Müssen die Wünsche des Verstorbenen berücksichtigt werden? Und inwiefern muss man den Gästen gerecht werden? In diesem Fall war klar, dass Peters katholische Verwandtschaft aus dem Tirol kommen würde und dass ich ein Ritual gestalten muss, dass für alle Gäste stimmig ist. Beim Verfassen des Drehbuches versuche ich, die katholischen Elemente in einen ökumenischen Ablauf zu wandeln, um niemanden vor den Kopf zu stossen.

Bestattung im Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Religionen

Und dann kommt dieser spezielle Morgen mit all den Gästen, viele in Tiroler Tracht: speziell, ergreifend und auch verbindend. Am Schluss der Zeremonie nehmen die Gäste am Grab persönlich Abschied von Peter, die meisten gemäss ihrer Tradition mit Weihwasser. Danach suchen einige Gäste den Kontakt mit mir: „Herr Pfarrer, das war wirklich eine schöne Feier.“

Ethische Grundsätze

  • Wir achten und respektieren unsere Mitmenschen, unabhängig von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Sprache, Alter, Kultur, Lebensform, religiöser, weltanschaulicher oder politischer Überzeugung, Gesundheit, Ansehen, Bildung, Entwicklung und sozialer Zugehörigkeit.
  • Wir grenzen uns ab von Haltungen und Gruppierungen, die dem Leben feindlich gesinnt sind.
  • Wir anerkennen die Autonomie und Würde unserer Mitmenschen und das Recht auf Selbstbestimmung.
  • Wir sind den Menschen verpflichtet, für die und mit denen wir arbeiten.
  • Wir stehen zu unserem eigenen politischen, religiösen und spirituellen Hintergrund, gehören jedoch keiner Sekte oder Geheimgesellschaft an.
  • Wir tragen Sorge, dass keine Abhängigkeiten entstehen.
  • Über unsere Arbeit oder Beratungstätigkeit verpflichten wir uns zur absoluten Verschwiegenheit.
  • Wir sind uns der Verantwortung für unser Handeln gegenüber Mitmenschen, Umwelt, Natur und uns selbst bewusst.
  • Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen und definieren eigenverantwortlich und situationsbezogen Absicht und Ziel unserer Arbeit.
  • Wir sind uns unserer Möglichkeiten und Grenzen bewusst.